erstellt von: krawatten, am 08.06.2011 12:16 , Clicks: 12699

Krawattenknoten

Der richtige Krawattenknoten

Die Wahl des richtigen Hemdes kann manchmal Stunden dauern. Auch der Kauf eines Anzugs will wohl überlegt sein. Selbst für die Wahl der richtigen Krawatte zum Businessoutfit steht mancher Mann stundenlang vor dem Spiegel. Dabei gibt es ein Detail, das die Wirkung ebenso stark beeinflusst, über das aber kaum jemand nachdenkt: der richtige Krawattenknoten.

Mal Hand aufs Herz: wie viele Krawattenknoten kennen Sie? Und wie viele davon können Sie tatsächlich binden?Meist wächst man heute in dem Glauben auf, es gäbe nur einen einzigen Krawattenknoten. Denn gerade jüngere Träger greifen meist zum einfachen Four-in-Hand. Dabei ist der noch nicht einmal der einfachste Krawattenknoten. Diesen Rang nimmt wohl unangefochten der Kent ein. Es ist einfach nur der bekannteste.

Spätestens wenn aus beruflichen Gründen Anzug angesagt ist, beginnen die meisten Krawattenträger, sich für einen etwas eleganteren Knoten zu interessieren. Je nach Motivation und Ausrichtung des Trägers landen sie zumeist entweder beim einfachen oder doppelten Windsor. Und dabei bleiben sie dann ein Leben lang.

Warum eigentlich? Nun, natürlich könnte man die Frage auch anders herum stellen. Warum sollte man sich mehrere Krawattenknoten merken, wenn auch einer genügt? Eigentlich ist die Antwort ganz einfach. Nicht jede Krawatte lässt sich mit jedem Knoten einigermaßen sinnvoll binden. Und nicht jedes Hemd verträgt jeden Krawattenknoten. Wer zum Beispiel klassische Kentkragen mit eher kleinen Schenkeln bevorzugt, sollte sich gut überlegen, ob es denn wirklich immer unbedingt der doppelte Windsor sein muss. Denn allzu leicht könnte der große Knoten hier die Kragenspitzen vom Hemd abheben. Und das sieht weder elegant noch gepflegt aus.

Der doppelte Windsor wurde angeblich nach dem Duke of Windsor benannt. Dabei trug dieser ihn nach eigenen Angaben praktisch nie. Zum Glück, denn der Duke trug Krawatten mit schwerem Futter, wie sie noch heute bei englischen Herrenausstattern so beliebt sind. Ein Doppelknoten hätte damit wie eine Kugel am Hals gehangen. Als Grundregel kann gelten: je schwerer eine Krawatte ist, desto größer wird ein Knoten. Ein einfacher Windsor oder gar ein simpler Oriental können hier die sehr viel bessere Alternative sein.

Umgekehrt können Sie eine eher dünne, aber zu lange Krawatte mit dem richtigen Knoten einkürzen. Wenn Sie etwa einen Hannoveraner binden (das dürfte der wohl windungsreichste klassische Knoten sein), verbrauchen Sie im Vergleich zum Four-in-Hand locker zehn Zentimeter mehr Stoff. Und der Krawattenknoten hat auch mehr Volumen.

Ein breiter Haifischkragen gilt heute vor allem in der italienisch beeinflussten Anzugmode als das Nonplusultra der modischen Eleganz. Wenn Ihre Krawatte dort mit einem Four-in-Hand baumelt, so wird sie reichlich verloren wirken. Noch extremer wird der Effekt bei weit gespreizten Cutaway-Kragen. Ein solcher Kragen will gefüllt werden. Wenn Ihnen die klassischen Kragenformen zu langweilig sind, versuchen Sie es doch einmal mit einer ungewöhnlichen Variante wie dem Kelvin.
Zwar bezogen sich die knotentheoretischen Überlegungen des Namensgebers eher auf Atome, nicht auf Krawatten. Mit seinem Zierring wirkt dieser exzellente Krawattenknoten dennoch ausgesprochen elegant und dabei ungewöhnlich genug, um als Hingucker zu fungieren.

Wenn Sie den Mut dazu haben, versuchen Sie ruhig einmal den Christensen. Dieser Krawattenknoten mit seinen gekreuzten Windungen wirkt festlich und romantisch. Kein Knoten fürs Büro, aber sie wären überrascht, wie gut dieser Krawattenknoten zum Beispiel bei einer Hochzeit ankommt.



Lesen Sie hier weiter: Krawatte Binden Anleitung


Einige weitere passende Beiträge:


Der Einfache: Der Four-in-Hand
Der Konservative: Der doppelte Windsor
Der Klassische: Der einfache Windsor
Der Voluminöse: Der Hannoveraner
Der Minimalistische: Der Kent
Der Amerikanisch-Moderne: Der Shelby
Der Längliche: Der Cavendish
Der Extravagante: Der Onassis
Der Romantische: Der Christensen


Business oder Smart Casual?


     

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