erstellt von: krawatten, am 04.03.2011 09:50 , Clicks: 11028

Wie finde ich eine gute Krawatte?

Wenn man den Markt für Krawatten betrachtet, so bietet sich einem eine gewaltige Vielfalt. Von einfachen Polyesterbindern für ein, zwei Euro bis zum Hermès-Meisterwerk für einen knappen Tausender. Auch die meisten Herrenausstatter haben die abenteuerlichsten Varianten im Programm, von den Kaufhäusern ganz zu schweigen. Und während angesehene Traditionshäuser auf schlanke, junge Krawatte setzen, nähern sich Anbieter für junge Mode langsam wieder den klassischen Krawattenmustern an.

 

Ähnlich vielfältig wie Muster ist auch die Bandbreite der angebotenen Qualitäten. Und bei mach eigentlich angesehenem Designer fällt die Krawatte ein wenig aus dem üblichen Standard heraus. Nicht immer ist ein guter Name ein Garant für Qualität, und manchmal kann man selbst handgenähte Seidenkrawatten zum Schnäppchenpreis finden.Um so wichtiger ist es, ein wenig darauf zu achten, was für einen Binder Sie tatsächlich mit nach Hause tragen. Denn nicht nur Krawatten binden, auch Krawatten kaufen will gelernt sein.

 

Wenn Sie ausziehen, eine Krawatte zu kaufen, ziehen Sie am besten ein Hemd an, zu dem Ihre Neuerwerbung passen soll. Im Zweifelsfall können Sie auch einfach zu einem beliebigen hellblauen Hemd greifen. Passt eine Krawatte nicht zu hellblau (hellblaue Krawatten mal ausgenommen), wird auch das Kombinieren mit andern Farben schwierig.

Eingeschränkt können Sie diesen Trick übrigens auch am heimischen Schreibtisch anwenden, wenn Sie in Online-Shops stöbern. Legen Sie sich einfach ein Hemd auf den Tisch und überlegen Sie, wie die Krawatte dazu aussieht.

 

Im Laden sollten Sie sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, die Krawatte auch ganz handgreiflich unter die Lupe zu nehmen. Wie fühlt sie sich an? Hat der Verkäufer etwas dagegen, sollten Sie das Geschäft wechseln. Denn das lässt vermuten, dass er eine schlechte Qualität oder Verarbeitung verstecken will. Selbst im Schnäppchenladen wird im Normalfall niemand etwas dagegen haben, wenn Sie die Krawatte kurz in die Hand nehmen.

 

Ein Etikett an der Krawatte zeigt Ihnen, woraus das Obermaterial des Binders besteht. Meist finden Sie es an einem der Enden eingenäht auf der Rückseite. Steht dort „100% Seide“, ist das ein gutes Zeichen. Auch Materialmixe wie Mogadorseide oder Irish Poplin lassen auf ein etwas höherwertiges Exemplar schließen.

 

Das Futter ist meist aus einem anderen Material. Das ist aber auch gut so. Denn eine klassisch genähte Krawatte mit Seideneinlage wäre bei weitem nicht so flexibel und so gut zu binden, wie Sie es erwarten können (Nun gut, bei Sevenfolds und ähnlichen Edelproduktionen sieht die Lage schon wieder anders aus, aber die sind auch anders zugeschnitten). Mit der Zeit bekommen Sie auch ein Auge dafür. Es ist nicht alles Seide, was glänzt, aber der Glanz von Seide ist ein anderer als der von Polyester.

 

Auch die Verarbeitung der Einlage ist nicht zu unterschätzen. Liegt die Einlage sauber, wird die Krawatte sich gut binden lassen und einen guten Knoten geben. Wenn nicht, verdreht sie sich schnell. Vorsicht: Wenn Sie gerne aufwändige Krawattenknoten tragen, vermeiden Sie Krawatten mit allzu schwerem Futter. Sonst wird der Knoten schnell zur Kugel.

 

Hinten ist meist ein Label eingenäht. Eine zusätzliche Schlaufe auf der Rückseite ist bei hochwertigen Krawatten häufiger, ist allein aber noch kein Qualitätsmerkmal.

 

Lassen Sie die Krawatte ruhig einfach vom schmalen Ende aus herunterhängen. Eine Krawatte mit sauberem diagonalen Zuschnitt wird sich nicht verdrehen.

 

Wie viel man für einen guten Binder denn nun mindestens ausgeben muss, lässt sich so einfach nicht beantworten. Große Marken kosten mehr, sind aber nicht immer besser als unbekanntere Hersteller (oftmals kommt auch beides aus den gleichen Fertigungen). Im Onlinehandel lässt sich auch oft ein wenig sparen.

 

Wichtig ist aber vor allem: die Krawatte muss Ihnen gefallen.

 






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