erstellt von: krawatten, am 14.02.2011 17:43 , Clicks: 11320

Der Rebellische: Der Balthus

Geeignet für: lange Krawatten ohne Futter, schmale Krawatten mit wenig Volumen.
Wirkung: Mit dicken Krawatten schnell komödiantisch. Sonst rebellisch bis extravagant.
Schwierigkeitsgrad: mittelschwer

Der Kunstmaler Balthasar Kłossowski de Rola, genannt Balthus, war schon ein komischer Kauz. Nicht nur dass er die Öffentlichkeit der 50'er und 60'er Jahre mit seinen Bildern schockierte – er hatte eine Vorliebe dafür, in naiver Malerei junge Modelle in anzüglichen Posen zu zeigen - , nein, er schenkte der Welt auch eine Krawattenknoten, der fortan seinen Namen tragen sollte. Eines Tages erschien der Meister damit zu einem Pressetermin. Nun, mit zwei Windungen weniger wäre dies ein relativ normal wirkender Knoten, vielleicht hatte der exzentrische Künstler auch nur versehentlich seinen Knoten zweimal gebunden.

Aber er trug das gute Stück fortan öfter. Der Knoten hing wie eine Kugel am Hals, das schmale Ende länger als das breite. Und doch: irgendwie hat diese Bindevariante etwas.

Es versteht sich von selbst, dass der Balthus kein Knoten für das konservative Büro ist. Sein Einsatzzweck ist normalerweise die heitere Party, das private Vergnügen. In der Disco wird er garantiert zum Blickfang.Und doch: mit einer dünnen Krawatte oder für sehr kleine Männer kann dieser Knoten eine echte Alternative sein. Auch sieht er etwa unter einer hochgeschlossenen Weste bei sehr weit gespreiztem Kragen gar nicht mehr so rebellisch aus.

In diesem Fall sollte er allerdings so lang wie möglich gebunden werden. Beginnen Sie kurz hinter dem schmalen Ende der Krawatte. Übrigens ist auch der Balthus ein Inside-Out-Knoten. Die Naht zeigt also vom Kragen weg.
  1. Legen Sie die Krawatte mit der Naht nach außen um den Hals. Das breite Ende ist links. Achten Sie darauf, dass das schmale Ende sehr weit oben ist. Sie binden fast am Ende der Krawatte.
  2. Stecken Sie das breite Ende von oben durch die Halsöffnung und ziehen Sie es nach links.
  3. Nun ziehen Sie es durch die Halsöffnung von oben nach unten nach rechts, so dass Sie jetzt zwei Windungen am Knoten haben.
  4. Wiederholen Sie Schritt 2.
  5. Und Schritt 3 auch noch einmal.
  6. Nun ziehen Sie das Ende vor dem Knoten nach links und ziehen es durch die Halsöffnung, so dass sich ein Ring ergibt.
  7. Nun stecken Sie das Ende durch den Ring.
  8. Festziehen und ein wenig formen – fertig!
     

Versuchen Sie diesen Knoten doch einmal als Gag, und Sie werden sehen, dass eine Krawatte alles andere als trocken aussehen kann! Aber man sollte es kaum für möglich halten: Bei einem breiten Kragen kann ein sehr am Krawattenende gebundener Balthus eine leichte Krawatte sehr veredeln und wirkt dann wie ein doppelter Windsor oder Hannoveraner, nur fülliger. Es lohnt sich also auch für die klassische Garderobe, diesen Knoten im Programm zu haben.
 


Der Stoffsparende: Der Oriental
Der Voluminöse: Der Hannoveraner
Der Dreieckige: Der Plattsburgh
Der Extravagante: Der Onassis
Der Asymmetrische: Der Grantchester
Der Beringte: Der Kelvin

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